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Tourette-Syndrom und Zwangsstörung

bpd : Tourette-Syndrom und Zwangsstörung
Das Tourette-Syndrom ist nach dem französischen Neurologen Georges Gilles de la Tourette benannt, der die Störung erstmals 1885 beschrieb. Diese Bewegungsstörung im Kindesalter wird häufig mit einer Zwangsstörung (OCD), einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS) und anderen Störungen in Verbindung gebracht . Tatsächlich haben 86% der Kinder mit Tourette-Syndrom mindestens eine andere Verhaltens-, mentale oder Entwicklungsstörung, und die häufigsten sind Zwangsstörungen und ADHS.

Symptome

Das Hauptsymptom beim Tourette-Syndrom ist das Vorhandensein von Tics. Tics sind plötzliche, kurze, unwillkürliche oder halbwillkürliche Bewegungen oder Geräusche.

Motor Tics

  • Einfache motorische Tics betreffen nur einen Muskel oder eine Muskelgruppe und können kurz sein (Augenzwinkern oder Zucken der Nase), über einen längeren Zeitraum (Drehen der Schulter oder Öffnen des Mundes) oder über einen längeren Zeitraum (Strecken oder Beugen einer Extremität).
  • Komplexe Bewegungsabläufe sind komplizierter und ähneln häufig normalen Bewegungen wie Springen, Schlagen, Werfen oder Berühren. Sie treten jedoch häufig in unangemessenen Einstellungen auf oder enthalten unangemessene oder obszöne Gesten. Diese komplexen Bewegungsabläufe können für den Betroffenen zu erheblichen Verlegenheiten führen.

Sound oder Phonic Tics

  • Einfache Töne sind normalerweise bedeutungslose Geräusche oder Äußerungen. Häufige Beispiele sind Blasen, Husten, Räuspern, Knurren, Schnüffeln oder Schluckauf.
  • Komplexe phonetische Tics sind Wörter oder Ausdrücke, die Obszönitäten, das Echo dessen, was andere sagen, und die Wiederholung eigener Aussagen beinhalten.

Tics können unterdrückt werden und verbessern sich normalerweise, wenn das Kind abgelenkt ist. Sie können jedoch jederzeit wieder angezeigt werden. Das Unterdrücken von Tics über einen längeren Zeitraum kann zu einem dramatischen Anstieg der Tics führen.

Viele Patienten berichten von körperlichen Beschwerden kurz vor der Durchführung eines Tics. Betroffene Kinder führen das Tic immer wieder aus, bis es sich "genau richtig" anfühlt.

Häufigkeit

Das Tourette-Syndrom ist relativ selten und tritt bei weniger als 1% der Bevölkerung auf. Es ist fünfmal häufiger bei Männern als bei Frauen und beginnt normalerweise im Alter zwischen 8 und 10 Jahren. Bei den meisten Kindern bessern sich die Symptome tendenziell bis zum Ende der Pubertät, wobei eine geringe Anzahl symptomfrei wird.

Viele Kinder mit Tourette leiden auch an ADHS, Zwangsstörungen und anderen psychischen Problemen wie Depressionen oder sozialer Phobie. Andere Verhaltensprobleme, die bei Kindern mit Tourette-Syndrom häufig auftreten, sind schlechte Impulskontrolle, Unfähigkeit, Wut zu kontrollieren, unangemessene sexuelle Aggressivität und asoziales Verhalten.

Ursachen

Da sich Tics und damit verbundene Krankheiten wie Zwangsstörungen mit Medikamenten verbessern, die die Neurochemikalien Serotonin und Dopamin im Gehirn verändern, wurde spekuliert, dass das Tourette-Syndrom teilweise auf Störungen in der Kommunikation dieser Neurochemikalien zurückzuführen sein könnte.

Darüber hinaus haben viele Studien Auffälligkeiten in einem Bereich des Gehirns festgestellt, der als Basalganglien bezeichnet wird (ein Bereich, der für die Einleitung und Beendigung von Bewegungen wichtig ist), bei Menschen mit Tourette-Syndrom.

Gene können auch eine Rolle bei der Entwicklung des Tourette-Syndroms spielen. Nahe Verwandte von Personen mit Tourette-Syndrom leiden häufig an Tics, Zwangsstörungen oder ADHS.

Behandlung

Verhaltensbehandlungen, die auf eine Verbesserung der sozialen Funktionsweise, des Selbstwertgefühls und der Lebensqualität abzielen, sind die erste Behandlungsstrategie für das Tourette-Syndrom. Zu den gebräuchlichen Verhaltenstherapien gehören die kognitive Verhaltenstherapie und die Entspannungstherapie. Die Einbeziehung von Eltern, Lehrern und Klassenkameraden in die Bemühungen ist häufig entscheidend für eine wirksame Behandlung.

Wenn das Kind schwer betroffen ist oder in ein selbstverletzendes Verhalten verwickelt ist, sind möglicherweise Medikamente erforderlich. Zu den Medikamenten, die zur Behandlung der Symptome des Tourette-Syndroms wirksam sind, gehören atypische Antipsychotika wie Haldol (Haloperidol) und Orap (Pimozid) sowie atypische Antipsychotika wie Risperdal (Risperidon) und Zyprexa (Olanzapin).

Wenn Symptome von Zwangsstörungen, Angstzuständen und Depressionen vorliegen, kann die Behandlung auch Antidepressiva wie Prozac (Fluoxetin) oder Anafranil (Clomipramin) umfassen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Behandlungsmöglichkeiten am besten geeignet sind.

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